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Steckbrief

Steckbrief
Geb.: 17. März 1895
Geburtsort: Radautz, Bukowine (heute Rădăuți, Rumänien)
✟: 12. Dezember 1962
Österreichisch-spanischer Madrid
Nationalität: Österreichisch-spanisch
Beruf: Kameramann, Regisseur
Auch bekannt als: Enrique Guerner (in Spanien)

Biografischer Text

Heinrich Gärtner (auch Enrique Guerner in Spanien) wurde am 17. März 1895 in Radautz, Bukowina (damals Österreich-Ungarn, heute Rădăuți, Rumänien) geboren und starb am 12. Dezember 1962 in Madrid. Er war ein österreichisch-spanischer Kameramann und Filmregisseur, der an über 180 Filmen während seiner Karriere arbeitete.

Gärtner begann als Fotograf und wandte sich 1912 dem Filmgeschäft zu, zunächst als Kamera-Assistent. Von 1917 bis 1918 diente er als Kameramann in der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende wurde er Spielfilmkameramann und arbeitete prolifisch während der Stummfilm-Ära im deutschsprachigen Raum.

Da Gärtner jüdischer Abstammung war, war er gezwungen, Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zu verlassen. Er emigrierte ab 1934 nach Spanien, wo er auch nach Francos Sieg im Spanischen Bürgerkrieg weiterarbeiten konnte. Gärtner war eine einflussreiche Figur im spanischen Kino und führte Elemente des Expressionismus ein. Er bildete aufstrebende Filmemacher wie Alfredo Fraile, José F. Aguayo und Cecilio Paniagua aus.

In den 1950er Jahren drehte Gärtner, inzwischen spanischer Staatsbürger, auch in der Schweiz unter der Regie von Ladislao Vajda den Krimi Es geschah am hellichten Tag (1958) mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe.

Filmografie (Auswahl)

  • ▶ Stummfilm-Ära Deutschland & Österreich (1912–1929)
    • Zahlreiche Produktionen als Kamera-Assistent ab 1912
    • Arbeiten für österreichisch-ungarische Armee (Kriegsberichterstattung 1917–1918)
    • Deutsche und österreichische Stummfilme als Chefkameramann
    ▶ Tonfilm-Ära Deutschland (1929–1933)
    • Frühe Tonfilmproduktionen
    • Emigration 1933/34 aufgrund jüdischer Abstammung
    ▶ Spanische Produktionen (1934–1962)
    • Über 180 Filme als Kameramann (als Enrique Guerner)
    • Kurz-Dokumentarfilme (teilweise Regie)
    • Einführung expressionistischer Elemente im spanischen Kino
    • Ausbildung spanischer Kameraleute (Alfredo Fraile, José F. Aguayo, Cecilio Paniagua)
    ▶ Internationale Koproduktionen (1950er)
    Es geschah am hellichten Tag (1958) – Regie: Ladislao Vajda, mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe (Schweiz/Deutschland)
    Die Schatten werden länger (1961) – mit Hansjörg Felmy, Luise Ullrich und Barbara Rütting
Quellen