Karl Freund zählt zu den bedeutendsten Kameramännern der Filmgeschichte. Als Pionier des deutschen Expressionismus und später als Oscar®-Gewinner in Hollywood prägte er die visuelle Sprache des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer. Ohne seine Arbeit wäre weder Metropolis noch Dracula denkbar.
Biografie
Freund begann seine Karriere als Vorführer und Kameraoperateur in Berlin und stieg bald zum gefragtesten Kameramann der deutschen Stummfilmzeit auf. Für F.W. Murnaus Der letzte Mann (1924) entwickelte er das Konzept der „entfesselten Kamera” – eine bewegliche Kamera, die erstmals vom stativen Stativ befreit wurde und dem Zuschauer erlaubte, die Welt durch die Augen der Figuren zu erleben. Die Kamera wurde zum Erzähler.
Mit Fritz Langs monumentalem Metropolis (1927) setzte Freund neue Maßstäbe in der filmischen Bildgestaltung. Nach seiner Emigration nach Hollywood arbeitete er an Tod Brownings Dracula (1931) und führte selbst Regie bei The Mummy (1932). Sein Academy Award® für die Kamera bei The Good Earth (1937) krönte eine Ausnahmekarriere.
In seinen späteren Jahren revolutionierte Freund das Fernsehen durch die Entwicklung des Drei-Kamera-Formats für die Sitcom I Love Lucy (ab 1951) – ein technischer Standard, der bis heute in der Live-Fernsehproduktion weltweit gilt.
Ausgewählte Filmografie
- Der Golem (1920), Regie: Paul Wegener – expressionistische Bildgestaltung
- Der letzte Mann (1924), Regie: F.W. Murnau – Entwicklung der entfesselten Kamera
- Variété (1925), Regie: E.A. Dupont
- Metropolis (1927), Regie: Fritz Lang – Meilenstein des Science-Fiction-Films
- Dracula (1931), Regie: Tod Browning
- The Good Earth (1937), Regie: Sidney Franklin – 🏆 Oscar® Beste Kamera
Quellen & Weiterführende Links
Teil der Serie Austrian Cinematographers auf cinewolf.com · Quelle: Liste österreichischer Kameraleute (Cinewolf/Wikipedia) · Bilder: Wikimedia Commons, Public Domain / Creative Commons
