Der letzte JTI Imagefilm in Hainburg: Ein historisches Dokument vor der Stilllegung
Zusammenfassung
Der JTI Hainburg Imagefilm war tatsächlich der letzte professionelle Film, der in der Austria Tabak Fabrik Hainburg gedreht wurde, bevor das Werk für immer geschlossen wurde. Diese Produktion hat eine besondere historische Bedeutung, da sie das Ende einer 227-jährigen Tradition der Zigarettenproduktion in Österreich dokumentierte.
Die historische Bedeutung
Im Mai 2011 gab JTI (Japan Tobacco International) die Schließung der letzten österreichischen Zigarettenfabrik in Hainburg bekannt. Nur wenige Monate vor der endgültigen Stilllegung am 31. Dezember 2011 wurde dieser besondere Imagefilm produziert – ein cineastisches Vermächtnis einer untergehenden Industrieära. Quelle
Der Film: Entstehung und Details
Produktionsteam
Der Film entstand unter der Regie von Peter Schröder und Wolfram Zöttl von CINEWOLF media productions. Wolfram Zöttl übernahm zusätzlich die Kamera, während Peter Pulker als Kameraassistent fungierte. Die Produktionsleitung lag bei Roland Heckl, unterstützt von einem professionellen Team aus Beleuchtung, Ton und Grip. Quelle
Dreharbeiten
Die Dreharbeiten fanden vom 17. bis 19. Oktober 2011 statt – nur wenige Wochen vor der angekündigten Schließung. Das Team arbeitete in den regulären Fabrikarbeitszeiten von 06:00–14:00 und 14:00–22:00 Uhr, um die authentische Produktion zu dokumentieren.
Filminhalt
Der etwa 15-minütige Film zeigt den kompletten Zigarettenherstellungsprozess:
- Tabakaufbereitung und -mischung
- Zigarettenproduktion mit modernen Maschinen (16.000 Stück pro Minute)
- Qualitätskontrolle und Verpackung
- Logistiksysteme und Auslieferung
Besonders dokumentiert wurden die Produktion der Marken Camel und Benson & Hedges, die auf der High-Speed-Linie hergestellt wurden.
Ein cineastisches Vermächtnis
Schulungsfilm für Trafikanten
Der Film wurde ursprünglich als Schulungsfilm für Tabaktrafikanten konzipiert. Er sollte neue Trafikanten über die Zigarettenproduktion informieren und die Qualitätsstandards von JTI vermitteln. Ironischerweise wurde er jedoch zu einem historischen Dokument einer Industrie, die in Österreich kurz darauf für immer verschwand.
Technische Professionalität
Trotz des zeitlichen Drucks vor der Schließung wurde der Film mit höchster technischer Qualität produziert. Das Equipment von LGL (Licht) und FGV Stöger (Kamera) sowie die T-Rex Kamera ermöglichten professionelle Aufnahmen der komplexen Produktionsabläufe.
Das Ende einer Ära
Wirtschaftliche Hintergründe
Die Schließung erfolgte aufgrund mehrerer Faktoren: Quelle
- Rückgang des versteuerten Zigarettenvolumens in Europa
- Hohe Produktionskosten in Österreich
- Zunehmender Schmuggel und Produktfälschungen
- Finanzkrise seit 2008
Die letzten Monate
Nach der Ankündigung im Mai 2011 wurde die Produktion schrittweise zurückgefahren. Der Film dokumentierte eine der letzten aktiven Produktionsphasen, bevor die 240 Mitarbeiter in Hainburg ihre Arbeitsplätze verloren. Quelle
Nachnutzung und heutige Situation
Vom Industriedenkmal zum Einkaufszentrum
Das historische Fabriksgelände wurde nach der Schließung umfassend umgebaut. Heute befindet sich dort die Galleria Danubia, ein modernes Einkaufszentrum. Ein Teil der alten Gebäude wurde zur Kulturfabrik Hainburg umgestaltet, die kulturelle Veranstaltungen beherbergt. Quelle
Der Film als historisches Zeugnis
Der JTI Imagefilm ist heute auf YouTube verfügbar und dient als wichtiges historisches Dokument der österreichischen Industriegeschichte. Er zeigt nicht nur die technischen Aspekte der Zigarettenproduktion, sondern auch die Professionalität und das Engagement der Mitarbeiter bis zum letzten Tag.
Bedeutung für die österreichische Filmgeschichte
Industriefilm als Zeitzeugnis
Der Film reiht sich in eine lange Tradition österreichischer Industriefilme ein, erhält aber durch sein Timing besondere Bedeutung. Als letzter professioneller Film in der Fabrik dokumentiert er nicht nur Produktionsprozesse, sondern den Abschied von einer ganzen Industriebranche.
Cinewolf und die Dokumentarfilmtradition
Wolfram Zöttl und sein Team von CINEWOLF media productions haben mit diesem Film einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Dokumentarfilmgeschichte geleistet. Der Film steht in der Tradition der Wirtschafts- und Imagefilm-Produktion, die in Österreich eine lange Geschichte hat. Quelle
Fazit
Der JTI Hainburg Imagefilm ist weit mehr als nur ein Werbefilm oder Schulungsmaterial. Er ist ein cineastisches Denkmal für das Ende der Zigarettenproduktion in Österreich und dokumentiert die letzten Wochen einer 227-jährigen Tradition. Die Produktion von Peter Schröder und Wolfram Zöttl gelang es, in professioneller Qualität nicht nur die technischen Aspekte der Produktion festzuhalten, sondern auch die Atmosphäre einer Industrie im Umbruch.
Heute, mehr als ein Jahrzehnt nach der Schließung, gewinnt dieser Film zusätzlich an historischer Bedeutung als authentisches Zeugnis einer verschwundenen Arbeitswelt und als Beispiel für die Veränderungen der österreichischen Industrielandschaft im 21. Jahrhundert.








