
Wolf Zöttl und Peter Schröder bei der Aufzeichnung von Richard III. im Globe Wien. (Juni 2015)
Peter Schröder, geboren am 28. Mai 1964 in Wien, war ein österreichischer Regisseur, Editor und Musiker.
Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Musik, zunächst als Schlagzeuger und später auch als Keyboarder. Diese Begeisterung für Rhythmus und Klang führte ihn in die Welt des Films, wo er sich besonders auf die Verbindung von Bild und Ton spezialisierte.
Seine Karriere begann Schröder als Editor, bevor er sich zunehmend der Regie widmete. Über zwanzig Jahre lang war er vor allem für Multikameraproduktionen im Bereich Musik, Theater und Kabarett sowie für zahlreiche TV-Shows verantwortlich. Besonders hervorzuheben sind seine Regiearbeiten an der erfolgreichen TV-Show „Eckel mit Kanten“ mit Klaus Eckel, die sich durch ihren unverwechselbaren optischen Stil und ihre pointierte Inszenierung auszeichnete.
Im Konzert- und Theaterbereich setzte Schröder Maßstäbe mit Aufzeichnungs-Produktionen wie „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“ (Globe Wien Marx-Halle) [watch] wo erstmals in Österreich mit 35mm Kinolook im Verbund aufgeziechnet wurde und „Tribute to Lukas Resetarits“.
Darüber hinaus war er auch beim Amadeus Austrian Music Awards 2010 mitverantwortlich, einer der wichtigsten Musikpreisverleihungen des Landes. Seine Vielseitigkeit zeigte sich auch in der Zusammenarbeit mit Kabarettisten und Musikern, etwa bei „Roland Düringer – Ein Geschichtenerzähler wird 60“ oder „Tricky Niki: hy.po.chon.dria“. Ein ganz besonderes Highlight war die riesige Musikinszenierung „Pecoraro & Pecoraro“ in der Wiener Stadthalle und die Dokumentation über das Lebenswerk der Band “Die Seer”.
Zu den weiteren wichtigen Werken von Peter Schröder zählen zahlreiche TV-Produktionen, Konzert- und Theateraufzeichnungen sowie Kabarett- und Musikformate. Neben den bereits genannten Projekten wie „Eckel mit Kanten“, „Dinner für Zwei“, „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“ und den „Amadeus Austrian Music Awards 2010“ war Schröder unter anderem Regisseur oder Editor folgender Produktionen:
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„Tribute to Lukas Resetarits“ (2012)
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„Tricky Niki: hy.po.chon.dria“ (2019)
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„Roland Düringer – Ein Geschichtenerzähler wird 60“ (2023)
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„Die Tafelrunde“ (2021)
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„Denk mit Kultur“ (2021)
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„50 Jahre Birgit Denk & Friends“ (2021)
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„Thomas Stipsits: Stinatzer Delikatessen“ (2019)
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„Lukas Resetarits: 70er – leben lassen“ (2018)
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„Stipsits & Rubey – Gott & Söhne“ (2017)
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„Viktor Gernot – Im Glashaus“ (2016)
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„Lukas Resetarits: Schmäh“ (2016)
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„Die Seer-Weihnacht“ (2015)
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„Auf dem Roten Stuhl“ (2023)
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„Wir Staatskünstler“ (mehrere Folgen)
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„Dorfers Donnerstalk“ (Editor, 2007–2011)
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„Tohuwabohu“ (Editor, 1994–1996)
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„Pur – Chronik einer Band“ (Editor, 1997)
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„Joe Zawinuls Erdzeit“ (Editor, 2008)
Sein Schaffen umfasste auch innovative Live- und Streaming-Formate, Imagefilme sowie zahlreiche Musik- und Kabarettaufzeichnungen, bei denen er seine technische und künstlerische Handschrift hinterließ
Was Peter Schröder besonders auszeichnete, war seine Teamfokussierung und sein respektvoller Umgang auf Augenhöhe mit allen Beteiligten. Für ihn war jede Produktion ein gemeinsames Werk, bei dem die Ideen und Talente aller Mitwirkenden gleichermaßen wertgeschätzt wurden. Diese Haltung schuf ein kreatives und vertrauensvolles Arbeitsklima, das maßgeblich zum Erfolg seiner Projekte beitrug. Schröder verstand sich nicht nur als Regisseur, sondern als Teil eines Teams, das gemeinsam Großes schaffen wollte.
Diese Teamarbeit durfte ich persönlich erleben, denn meine Verbindung zu Peter reicht bis in die Sandkiste zurück – unsere Eltern kannten sich schon, und wir beide, „Peter und der Wolf“, haben über unzählige Jahre hinweg immer wieder neue kreative Schritte gewagt. Ich durfte stets an seiner Seite Neues erkunden und er war es, der immer etwas Neues antrieb. So erfanden wir etwa die Sitzkamera im Publikum, fahrbar, oder bauten einen Bühnenschlitz ins Orpheum Wien – lauter kleine und große Innovationen, die unsere Projekte einzigartig machten. Ich hatte immer sein ganzes Vertrauen, und dieses Gefühl, gemeinsam kreativ zu wachsen, war ein Geschenk.
Peter war ein genialer Mensch, freundlich, zielstrebig, lustig, kreativ, optimistisch, proaktiv, inspirierend, visionär, leidenschaftlich, großherzig, charismatisch, verlässlich, liebenswürdig – und mein bester Freund seit unserer Kindheit. Viele Menschen hat er mit seiner Arbeit begleitet und geformt. Viele haben auch seine menschliche Art und akribische Kunst geschätzt, und er hat uns immer weiter zu kreativeren und wunderbareren Erfahrungen gebracht. Ich selbst habe ihm viel zu verdanken.
Am 7. Mai 2025 verstarb Peter Schröder im Alter von 60 Jahren. Mit ihm verliert die österreichische Medienlandschaft einen engagierten und innovativen Gestalter, dessen Werke wie „Eckel mit Kanten“, „Dinner für Zwei“, „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“, die Amadeus Austrian Music Awards 2010 und „Pecoraro & Pecoraro“ weiterhin als Inspiration für nachfolgende Generationen dienen werden. Sein unverwechselbarer Stil, seine Leidenschaft für die Verbindung von Musik und Bild sowie sein respektvolles Miteinander bleiben unvergessen.
Lieber Peter, pass auf Dich auf und bleib im Rhythmus. Und wie Du immer gesagt hast: „Schneid auf die ‘UND’!“
Und ich weiß, das, was Du mir noch oft in den letzten Tagen gesagt hast, ist und bleibt wahr:
„I bleib do!“
Ja, Du bleibst immer bei uns.
R.I.P., mein Freund.