“Days of Heaven” ist ein amerikanisches Drama aus dem Jahr 1978, das von Terrence Malick geschrieben und inszeniert wurde. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das während der großen Depression in den USA im Jahr 1916 als Landarbeiter arbeitet und eine Beziehung mit einem wohlhabenden Farmer eingeht. Der Film ist bekannt für seine visuelle Schönheit und seine atemberaubende Landschaftsaufnahmen. Einer der Gründe dafür ist die erstaunliche Lichtgestaltung, die den Film zu einem Meisterwerk macht.
Die Lichtgestaltung im Film “Days of Heaven” wurde von Nestor Almendros und Haskell Wexler durchgeführt. Almendros, der für seine Arbeit an “Days of Heaven” einen Oscar gewann, war einer der einflussreichsten Kameramänner in der Filmgeschichte. Er war bekannt für seine Verwendung von natürlichem Licht und seine Fähigkeit, Landschaften und menschliche Gesichter auf eine Weise zu beleuchten, die das Publikum emotional berührt. Wexler war ein weiterer renommierter Kameramann, der für seine Arbeit an Filmen wie “Wer hat Angst vor Virginia Woolf?” und “One Flew Over the Cuckoo’s Nest” bekannt war.
Eines der Geheimnisse der Lichtgestaltung in “Days of Heaven” ist die Verwendung von natürlichem Licht. Der Film wurde fast ausschließlich mit natürlichem Licht gedreht, was ihm eine besondere Atmosphäre verleiht. Die Landschaftsaufnahmen sind besonders bemerkenswert, da das Licht während der goldenen Stunde aufgenommen wurde. Die goldene Stunde ist die Zeit kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang, wenn das Licht weicher und wärmer ist und die Schatten länger werden. Diese Technik verleiht dem Film eine romantische Atmosphäre und verstärkt die Schönheit der Landschaft.

Ein weiteres Geheimnis der Lichtgestaltung im Film “Days of Heaven” ist die Verwendung von diffusen Lichtquellen. Diffuses Licht ist weiches Licht, das von einer Lichtquelle ausgeht, die das Licht auf eine größere Fläche verteilt. Im Film wird diffuses Licht verwendet, um Gesichter und Szenen zu beleuchten, was zu einem weicheren und natürlicheren Aussehen führt. Dies ist besonders wichtig, da der Film eine romantische Beziehung zwischen den Hauptfiguren darstellt. Durch die Verwendung von diffusen Lichtquellen werden die Gesichter weicher und vermitteln eine emotionale Tiefe.
Ein weiteres Geheimnis der Lichtgestaltung im Film “Days of Heaven” ist die Verwendung von Kontrasten. Kontraste sind der Unterschied zwischen Hell und Dunkel in einer Szene. Im Film wird Kontrast verwendet, um eine dramatische Wirkung zu erzielen und die Stimmung der Szene zu verstärken. Zum Beispiel wird in einer Szene gezeigt, wie die Sonne untergeht und das Licht immer schwächer wird. Die Szene wird durch den Kontrast verstärkt, da die Dunkelheit im Vergleich zum Licht viel stärker ist.
Die Verwendung der goldenen Stunde bei der Lichtgestaltung kann für Filmemacher eine Herausforderung darstellen. Die goldene Stunde ist eine kurze Zeitspanne kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang, in der das Licht besonders weich und warm ist. Diese Zeit ist jedoch begrenzt und variiert je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen. Daher müssen Filmemacher sorgfältig planen und das Timing genau im Auge behalten, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
In “Days of Heaven” hatte die Produktionsfirma Paramount Pictures Schwierigkeiten, das Projekt zu finanzieren. Der Film hatte ein Budget von 3 Millionen US-Dollar, aber das Studio hatte Bedenken, dass das Projekt nicht rentabel sein würde. Außerdem hatte Regisseur Terrence Malick den Ruf, schwierig zu sein und das Studio befürchtete, dass der Film nicht rechtzeitig fertiggestellt werden würde. Schließlich entschied sich Paramount Pictures, das Projekt zu finanzieren, aber mit der Bedingung, dass der Film innerhalb von 54 Tagen gedreht werden müsste.
Diese kurze Zeit für die Dreharbeiten stellte eine zusätzliche Herausforderung für die Filmemacher dar. Sie mussten sicherstellen, dass jede Einstellung perfekt war, da es nicht genug Zeit gab, um sie später zu korrigieren. Außerdem hatte der Film keine festgelegten Drehorte und wurde an verschiedenen Orten in Alberta, Kanada, gedreht. Die Filmemacher mussten also ständig zwischen den verschiedenen Drehorten reisen und sicherstellen, dass das Licht und die Landschaften in jeder Einstellung perfekt waren.
Trotz dieser Herausforderungen gelang es Nestor Almendros und Haskell Wexler, die atemberaubende Lichtgestaltung von “Days of Heaven” zu realisieren. Der Film wurde zu einem Klassiker der Filmgeschichte und gewann den Oscar für die beste Kameraarbeit. Durch die Verwendung von natürlichem Licht, diffusen Lichtquellen und Kontrasten konnten die Filmemacher eine romantische Atmosphäre schaffen und die emotionale Tiefe der Geschichte verstärken. “Days of Heaven” bleibt auch heute noch ein inspirierendes Beispiel für die Kunst der Lichtgestaltung im Film.