Die Eröffnungsfeier der FIS Alpine Ski World Championships 2025 setzte einen neuen Maßstab für die Inszenierung internationaler Sportgroßevents. Anstelle einer klassischen Zeremonie entstand ein radikal neu gedachtes Format, in dem sich sportlicher Wettkampf, Live-Performance und dramaturgisches Storytelling zu einer einzigen, durchgängigen Erfahrung verbanden.
Im Zentrum stand eine bewusste Entscheidung: keine Bühne – sondern die Arena selbst als Bühne.
Während die ersten WM-Medaillen im Team Parallel Mixed Event entschieden wurden, entwickelte sich das Zielstadion zu einer immersiven Multilevel-Showarea. Ein eigens konzipiertes LED-Tower-System integrierte Performer, Publikum, Live-Kameras und mediale Inhalte direkt in das Renngeschehen und schuf so eine räumlich wie erzählerisch verdichtete Gesamtinszenierung.
Ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtinszenierung war unsere dramaturgische Konzeption und Ausarbeitung der erzählerischen Struktur in enger Zusammenarbeit mit brandmood GmbH.
Die vieraktige Dramaturgie, die ich schreiben durfte – basierend auf der Geschichte zweier skibegeisterter Kinder – wurde so entwickelt, dass sie sich präzise in den Ablauf des sportlichen Wettbewerbs integriert und diesen nicht unterbricht, sondern emotional verstärkt.
Neben der inhaltlichen Entwicklung der Narration umfasste meine Arbeit auch die Konzeption und das Schreiben sämtlicher Drehbücher/Grundkonzepte für filmische Zuspielungen und visuelle Inhalte. Ziel war eine stringente Verbindung von Live-Performance, Broadcast-Bildern und vorproduziertem Content, wodurch eine durchgehende Erzählung entstand, die sich organisch zwischen Spannung, Emotion und sportlicher Realität bewegt.
Beim Schreiben habe ich immer aus dem Gefühl der Zuschauer:innen heraus gedacht. Nicht theoretisch, sondern ganz konkret: Menschen im Stadion, mitten im Geschehen, umgeben von Lärm, Licht, Kälte, Spannung. In so einen Raum hinein zu schreiben ist etwas völlig anderes – man schreibt näher, unmittelbarer. Die Leute sind nicht vor einer Bühne, sie sind Teil davon. Sie sollen nicht nur schauen, sondern eintauchen.
Strukturell habe ich mich bewusst an klassischen Formen orientiert – an der alten Dramaturgie mit Akten und an der Idee der Heldenreise. Aber nicht als starres Modell, sondern als Gefühl für Rhythmus: Aufbau, Steigerung, ein Moment der Sehnsucht oder des Zweifels, und dann dieses gemeinsame Weitergehen. Gleichzeitig lief ja der echte Wettkampf – das heißt, die Dramaturgie musste sich mit der realen Spannung verzahnen, nicht dagegen arbeiten.
Wichtig war mir auch, mit sehr einfachen, fast universellen Emotionen zu arbeiten: dieses erste Staunen, das Hinfallen und Wiederaufstehen, das Zuschauen zu den eigenen Idolen. Dinge, die jeder kennt – egal ob im Skisport oder ganz woanders. Genau darin liegt die Kraft: Wenn sich große Bilder und ganz kleine, persönliche Momente überlagern.
Und vielleicht ist das der Kern: Es ging nie darum, eine Geschichte zu „erzählen“, sondern darum, ein Gefühl entstehen zu lassen. Etwas, das sich im Stadion aufbaut, von Mensch zu Mensch weiterträgt – und im besten Fall genau in dem Moment am stärksten ist, in dem Sport und Emotion ununterscheidbar werden.
Mit 37 Künstler:innen – von der Salzburger Philharmonie bis zu zeitgenössischen Pop-Acts – sowie einem komplexen Broadcast-Setup mit vielen Kameraperspektiven entstand ein hybrides Eventformat, das gleichzeitig vor Ort und global funktionierte.
Das Projekt wurde unter der kreativen Leitung von brandmood in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischer Skiverband, internationalen Partnern wie FIS sowie ORF umgesetzt und erreichte ein Millionenpublikum weltweit.
Die Eröffnungsfeier wurde mit dem Silbernen Austrian Event Award 2025 in der Kategorie Public Events | Charity | Social | Cultural (B2P) ausgezeichnet.
In Partnerschaft mit brandmood entstand ein Projekt, das die Grenzen zwischen Sport, Live-Event und medialer Inszenierung neu definiert und als Referenz für zukünftige Großveranstaltungen im Wintersport gilt.
