Das ultimative weiche Licht, das es in einer „harten” Version gar nicht gibt, kommt jetzt nach Österreich.
Wolfram Zöttl, aac und Gert Oswald stellen Fill-Lite vor.

Text: Wolfgang Ritzberger  MediaBiz März 2015

LED-Lamperln gibt’s mittlerweile recht viele. Sie kommen klein, kompakt, kabelunabhängig daher, weil akkubetrieben, und schauen meist voll fett aus. Aber natürlich gibt’s ein „aber“. Wer aus diesen meist mit „unzähligen“ kleinen LED-Lampen bestückten Quadern ein weiches Portraitlicht zaubern möchte, stößt sehr bald an die Grenzen dieser Wunderlampen. Obwohl die Dinger erstaunliche Features bieten: dimmbar und stufenloser Wechsel der Farbtemperatur. Sie lassen sich ohne großen Aufwand zum Equipment dazupacken und aufstellen. „Weich“ werden sie mit entsprechendem Vorbau, irgendein „Verhüterli“ muss man ihnen drüberziehen und dann, ja dann bleibt meist wenig Strahlkraft übrig. Auf die Gefahr, dass die Hersteller verärgert reagieren: das gute alte Topferl ist in solchen Situationen fast nicht zu ersetzen. Obwohl die diversen LED-Lichter gestackt werden können, nicht alle ganz so brustschwach sind und dem DoP in vielen Situationen ein brauchbares Licht liefern. Aber als „flüssiges Licht“ haben viele lichtsetzende Kameraleute noch auf eine bessere Lösung gewartet.
Wolfram Zöttl, der im US-amerikanischen Maine studiert und dort einen Master of Cinematography erworben hat, hat die Fill-Lites letztes Jahr bei einem seiner Mentoren, dem DoP Robert Draper, kennengelernt. Draper hat die neuen Lampen bei dem Feature Film „Irrefutable Proof“ eingesetzt und Wolfram „CineWolf“ in helles Entzücken versetzt: „Die Größe der Leuchtfläche und die Dünnheit der gesamten Einheit sind einzigartig. Schon lange habe ich nach solchen Lampen gesucht, mit denen ich fast einen ganzen Spielfilm ohne Zusatzaggregat stimmungsvoll ausleuchten kann.“

Ein paar technische Details: das Fill-Lite gibt’s in drei Varianten, als 200er-, als Studio- und als Wall-Variante. Die 200er ist eine Einzelversion in einer Größe von 71 x 75 x 5 Zentimetern. Die Studioversion ist in etwa doppelt so groß und besteht aus vier Leuchtflächen, wenn man will, die 200er „gestackt” und die Wall aus zwei Stück nebeneinander
in einem Rahmen angeordnet.
Wenn man einen Vergleich mit herkömmlichen Lichtquellen sucht, so würde Wolfram Zöttl die Fill-Lite mit einer „Soft 2kw” vergleichen, nicht vom Handling, da schneiden die neuen, extrem flachen Laternen besser ab, sondern von der Lichtausbeute her. Im Unterschied zu den meisten anderen LED-Leuchten ist die Farbtemperatur vorgegeben.

cinewolf media productions - Fill Lite on Set

Sowohl bei Tageslicht als auch bei Tungsten liegen die Kelvin-Werte leicht unter den üblichen Durchschnittswerten und
ermöglichen so dem DoP, sich seine optimale Farbtemperatur ganz einfach selbst zu folieren.
Der Clou ist aber auch, dass alle Einheiten mit unterschiedlichsten Akkus betrieben werden können. Die Technik hinter
den neuen „Softies” ist ein Geheimnis, aber im Wesentlichen werden keine kleinen Lamperln sondern LED-Zellen verwendet, deren Licht umgelenkt wird. Die Hersteller sind ehemalige Gaffer und ähnlich wie Dedo Weigert in München vom Thema Licht besessene Bastler und Tüfftler.

Wolfram Zöttl definiert, fast schon literarisch, flüssiges Licht als eine Art Stirnguss: ,,Flüssiges Licht ist wie ein ayurvedischer Stirnguss. Das Licht fließt wohlig rund um das Gesicht. Fill-Lites produzieren ein solch weiches, homogenes Licht, es wölbt sich elegant fast 180 Grad um ein Portrait.” Gert Oswald bringt jetzt gemeinsam mit Zöttl die
Fill-Lites nach Österreich, wo sie im Rahmen eines Workshops in Wien (25. März) und Graz (26. März) gezeigt werden. Mit dabei im Workshop sind auch die Ledrama von Dedo, Aladdin, Kino Flo Celeb und Cineo True Color HS Remote Phosphor. Wolfram Zöttl wird bei beiden Terminen dabei sein und den Workshop ,,Fill-Lite – das flüssige Licht” gestalten.

cinewolf media productions - Stephen Poster, ASC mit Fill-Lite.
cinewolf media productions - Fill-Lite Artikel im Mediabiz