Die Arbeit an diesem Porträt hat mir Gert als liebenswerten Menschen, als Künstler nähergebracht. Er war für mich ein unvergesslicher Mensch, der mir auch in alltäglichen Gesprächen seine Sprachkunst und seine Spielfreudigkeit mit Worten nähergebracht hat.
Dieses filmische Porträt beleuchtet das faszinierende Leben und Schaffen des österreichischen Dichters Gert Jonke, der als einer der bedeutendsten Sprachkünstler der österreichischen Literatur gilt. In diesem Dokumentarfilm wird die Essenz von Jonkes radikaler Lebensphilosophie eingefangen, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion aufgehoben werden. Der Film begleitet den unermüdlichen Sprachexperimentator auf einer Reise durch seine poetische Welt, in der Schwerkraft, Anfang und Ende ihre Bedeutung verlieren.
Die filmische Umsetzung besticht durch eine einzigartige Bildsprache, die die Tiefe und Magie von Jonkes literarischen Werken visuell interpretiert. Die Kameraarbeit schafft eine intensive Atmosphäre, die den Zuschauer unmittelbar in Jonkes irrwitzige und phantastische Welt zieht. Begleitet von einer stimmungsvollen musikalischen Untermalung wird das Werk des Dichters zu einem sinnlichen Erlebnis für Auge und Ohr.
Der Film zeigt die Entwicklung Jonkes von seinen frühen Erfolgen über seine großen Romane bis hin zu den aktuellen Theaterstücken. Dabei werden prägende Erlebnisse aus seiner Kindheit in Klagenfurt und seine Reisen in die Türkei beleuchtet. Die Dokumentation ist nicht nur eine Hommage an Jonkes literarisches Schaffen, sondern auch ein persönlicher Blick auf seine Inspirationsquellen und Lebensphilosophie.
In atmosphärischen Szenen führt der Film durch die verschiedenen Stationen von Jonkes Leben, von Wien über Klagenfurt bis hin zu seinen Abenteuern in der Türkei. Gedichte, Romanauszüge und Theaterstücke werden in eindrucksvollen Bildern umgesetzt, die die Zuschauer in Jonkes Welt eintauchen lassen.
Die filmische Sprache und die visuellen Bilder wurden mit derselben künstlerischen Präzision gezeichnet und ziseliert wie die verwunschene Sprachwelt des Protagonisten Gert Jonke selbst. Jede Szene, jedes Bild folgt dem Rhythmus seiner Poesie, als wären die Kameraeinstellungen und Bildkompositionen direkt seinen Gedichten entsprungen. Die kunstvoll gestalteten Sequenzen lassen die Zuschauer in eine sinnliche Welt eintauchen, in der Worte und Bilder miteinander verschmelzen. So wie Jonke sprachliche Grenzen überschreitet, durchbrechen auch die Bildwelten des Films Konventionen und erschaffen eine Atmosphäre, die den Zuschauer verzaubert und in ihren Bann zieht.
Das Porträt endet mit einem bewegenden Rückblick auf seine letzten Tage, kurz vor seinem Tod im Jahr 2009.
Details zur Produktion:
- Regie: Ingrid Ahrer, Martin Polasek
- Kamera: Wolfram Zöttl (aac)
- Produktion: Kurt Mayer Film, ORF, 3sat
- Musik: Renald Deppe, gespielt von Capella Con Durezza
- Produktionsjahr: 2008
- Erstausstrahlung: 11. Januar 2009, ORF 2
Besondere Merkmale: Das Porträt wurde mit dem 41. Fernsehpreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet und bietet ein tiefgründiges, poetisches Bild eines der bedeutendsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur.











