
Gert Jonke packt in seiner Sprechsonate Redner rund um die Uhr die Allegorie menschlicher Sprachäußerung beim Schopf: Ein Mund und dessen Besitzer führen ein Zwiegespräch, reden miteinander oder gegeneinander, und da sich gelegentlich ein Zuhörer einmischt, sind es vielleicht drei, oder ist es am Ende doch nur einer, der hier redet, rund um die Uhr. Es ist wie ein Streit der Worte, ein Widerstreit des Wollens und Möchtens gegen das Dürfen und Müssen. Der Sprecher kämpft gegen den Mund mit Hilfe des Schreibens, er vertraut dem Stift. Der Mund schnappt nach dem Stift, wird zum Schlittenhund des Denkers und seiner Gedanken. „Eingesprochen” nach allen Regeln der konkreten Poesie und des Jandl’schen Witzes ist diese von Bernd Jeschek mit meisterhaftem Feingespür in Szene gesetzte Sprechsonate folglich auch dem Gedenken Ernst Jandls gewidmet.
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